Krisen als Treibstoff: Wie du nach Schicksalsschlägen stärker aufstehst
Shownotes
Der Weg zum Glück ist niemals linear. Das Leben verteilt Backpfeifen, schlägt Haken und zieht uns oftmals komplett den Boden unter den Füßen weg. Doch genau in diesen tiefen Tälern entscheidet sich, wie wir weitermachen. Wie schafft man es, nach einer niederschmetternden Nachricht nicht nur wieder aufzustehen, sondern einen extremen Ehrgeiz zu entwickeln, ohne sich selbst zu verlieren? In dieser Folge von Happy Life spricht Jochen Schropp mit einem Mann, der die Kunst der Resilienz auf das absolute Maximum angehoben hat: Weltmeister und Weltrekordhalter Léon Schäfer. Mit gerade einmal 12 Jahren riss ihn die Diagnose Knochenkrebs brutal aus seinem Traum vom Profifußball. Die Folge: Das rechte Bein musste amputiert werden. Doch statt aufzugeben, wandelte Léon die Krise in pure Lebensenergie um. Heute ist er eines der erfolgreichsten Gesichter des deutschen Para-Sports. Wie hat er es geschafft sich so jung aus so einer Krise zu kämpfen? Was ist heute sein Antrieb? Und wie ist das Leben als Profisportler?
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Transkript anzeigen
00:00:00: Wenn wir hier bei Happy Life über ein glückliches Leben reden, dann wissen wir natürlich dass der Weg zum Glück auf keinen Fall linear ist.
00:00:06: Meine inspirierendsten Gäste mussten durch ein tiefes Tal.
00:00:10: Ja das Leben ist ein Auf und Ab.
00:00:12: Es verteilt Backpfeifen Schlägtaken und zieht einem oftmals auch komplett den Boden unter den Füßen weg.
00:00:18: Und genau dann heißt es trotz oder auch wegen dieser Schicksalsschläge weiter machen.
00:00:23: Am Ende dieser Folge wirst du deine Probleme mit anderen Augen sehen.
00:00:27: Du wirst verstehen, wie man nach einer schlimmen Nachricht nicht nur wieder aufsteht sondern wie man extremem Ärgels entwickelt ohne sich dabei selbst zu verlieren.
00:00:36: Und?
00:00:36: Wie es funktionieren kann Krisen in Lebensenergie umzuwandeln!
00:00:41: Happy Life mit Jochen Schropp.
00:00:47: Willkommen zu happy life dein Podcast zum Glücklichsein.
00:00:50: Heute reden wir über zwei Themen.
00:00:52: Zum einen geht es um das Leben eines Profisportlers und was das alles so mit sich bringt Und zum anderen sprechen wir über Schicksalsschläge bzw.
00:01:00: Rückschläge, denn diese beiden Themen hängen oft miteinander zusammen.
00:01:04: Mein heutiger Gast weiß genau wie sich das alles anfühlt – mit gerade mal zwölf Jahren bekam er die Diagnose Knochenkrebs!
00:01:11: Die Folge?
00:01:12: Amputation des rechten Beins.
00:01:14: Zu dem Zeitpunkt war er ein vielversprechendes Fußballtalent und hat im DFB-Nachwuchszentrum trainiert.
00:01:20: Heute ist der Mehrfahrer leichtathletik Weltmeister, hat einen Weltrekord im Weinsprung aufgestellt des deutschen Parasports.
00:01:29: Herzlich willkommen, Leon Schäfer!
00:01:31: Schön dass du da bist.
00:01:32: Leon wir haben uns gerade kennengelernt, haben uns Kotalo gesagt und was bei dir sofort auffällt ist das du eine wahnsinnige Ausstrahlung hast, dass du Bock aufs Leben hast und ich glaube das ist einfach ne Grundeinstellung die man als Mensch hat.
00:01:45: denn vielleicht gehen wir direkt rein mit zwölf warst du auf dem besten Weg Profifußballer zu werden und dann gab es die Diagnose Knochenkrebs.
00:01:55: wie bist du damals damit umgegangen?
00:01:58: Tatsächlich hatte ich an sich nur die Möglichkeit, die Sache so zu nehmen wie sie ist.
00:02:04: Ich habe für mich relativ schnell verstanden nicht mal direkt was ich jetzt habe und wie schlimm es eigentlich ist.
00:02:12: Dafür war ich noch ein bisschen zu jung um das wirklich zu realisieren.
00:02:16: Meine Mama war damals Zuhause hat mir gesagt ja du hast jetzt Knochenkrebs, ich wusste nicht was das überhaupt heißt oder was es ist.
00:02:21: Und ich wusse okay irgendeine Krankheit aber was da genau passiert oder was in mir passiert hab' ich nicht gecheckt.
00:02:28: Dementsprechend, ja hatte ich gar nicht so viel Zeit.
00:02:33: Nicht unbedingt Zeit an Zeit hat es nicht gemangelt genug Zeit aber Ja nicht das Knowledge würde ich sagen um wirklich zu verstehen was eigentlich passiert.
00:02:42: Wie ist denn deine Mama damit umgegangen?
00:02:44: Gute Frage
00:02:45: Ja weil ich finde dass ist doch wahrscheinlich das was man als Kind dann erst mal irgendwie gespiegelt bekommt, irgendwie die Seele der Mutter und den Schmerz der Mutter oder ... Oder die Stärke auch.
00:02:55: Auf jeden Fall!
00:02:56: Bei mir war es Letzteres definitiv... Die Stärke also meine Mom hat... Mir uns Kids nicht gezeigt wie sie gelitten hat.
00:03:03: Ich kann mir vorstellen dass auf jeden Fall für Sie die Zeit schlimmer war als sie letztendlich für mich war Und ich denke aber das wir uns da Ja, dass wir sehr gut harmoniert haben und uns gegenseitig einfach Stärke gegeben haben weil ich hab von Anfang an glaube ich ganz gut hinbekommen ja zu signalisieren jetzt kein Weltuntergang ist, es ist alles okay.
00:03:23: Und das hat sie mir dann auch wieder gespiegelt.
00:03:26: Also wenn du sagst euch, dann geh ich davon aus dass du Geschwister hast?
00:03:30: Zuhause war ich meine beiden Schwestern eine jüngere ein ältere.
00:03:35: Wie viel älter ist die ältare Schwester?
00:03:37: Die
00:03:37: Ältere is fünf Jahre älther und die Jüngere is drei Jahre jünger.
00:03:40: Okay, d.h.
00:03:41: deine damals siebzehnjährige Schwester hatte ja wahrscheinlich schon anderes Verständnis dafür gehabt.
00:03:45: Auf
00:03:45: jeden Fall!
00:03:47: Ja, ich denke Sie konnte da tiefer reinblicken, als ich das konnte.
00:03:52: Aber ich glaube ja wir haben um echt zu sein... Ich hab auch nicht mehr alle kleinen Details in Erinnerung wahrscheinlich verdrängt aber wir alle haben das ganz gut hinbekommen uns da irgendwie zum Managing.
00:04:04: Meine Mama war dann halt auch viel im Krankenhaus mit mir unterwegs.
00:04:07: Ich wurde damals in Münster amputiert letztendlich.
00:04:10: Da waren wir für zwei Monate.
00:04:11: also meine Schwestern waren dann auch schon viel auf sich gestellt.
00:04:14: gerade meine ältere mein Jüngerer ist dann immer noch bei Freundinnen untergekommen und so.
00:04:18: Aber ich glaube tatsächlich, dass in erster Linie das Ich den gezeigt habe.
00:04:24: E-Mails ist alles cool so und wir müssen daran jetzt nichts zerbrechen.
00:04:29: Und daraus haben wir uns alle gegenseitig die Bälle zugespielt, dass wir ganz gut aus der Geschichte rausgekommen sind.
00:04:34: Ja und du bist nicht dran zerbrochen
00:04:35: offenbar
00:04:36: Was ja auch eine Leistung für einen zwölfjährigen
00:04:40: ist.
00:04:41: Das ist jetzt sechzehn Jahre her.
00:04:44: Was haben die Ärzte denn damals zu dir gesagt?
00:04:46: Also was ist die Diagnose, weil erst mal Knochenkrebs kann ja alles und nichts bedeuten.
00:04:50: Ja
00:04:50: klar.
00:04:50: Die Diagnosis war bösartiger Knochentumor, Osteosakom.
00:04:58: Das Ganze war schon ziemlich vorangeschritten, ziemlich verwachsen in meinem Knoche.
00:05:05: Und bis heute habe ich relativ oft in Gesprächen.
00:05:08: Ich weiß es nicht ganz genau ob es damals in der Kommunikation zwischen meiner Mama und mir gescheitert ist, in Anführungszeichen gescheitert.
00:05:16: Ich komm gleich drauf oder in der Kommunikation zwischen dem Krankenhaus und meiner Marm weil ich bin in die Geschichte rein, in dann Chemotherapie
00:05:23: etc.,
00:05:25: mit dem Gedanken... ich zieh das jetzt hier durch was auch immer da jetzt kommt und ich geh wieder nach Hause und ich spiel wieder Fußball.
00:05:33: Und dann nach einem halben Jahr Chemotherapies die gut angeschlagen hat hieß es plötzlich ja es muss irgendwas an meinem Bein gemacht werden.
00:05:41: das kann nicht so bleiben was ich bis dato nicht wusste.
00:05:45: Krass!
00:05:45: Was aber glaube ich auch mir geholfen hat, das Ganze so einfach zu nehmen ehrlich gesagt.
00:05:52: Ja weil dein Mindset natürlich ein anderes war als wenn du das
00:05:57: auf jeden Fall
00:05:58: anders gewusst hast.
00:05:59: Definitiv
00:05:59: ganz klar also mit Sicherheit.
00:06:01: und ja da ich es nicht wussten kam es mir irgendwie zugute.
00:06:06: Und ja, ich bin relativ easy auch wenn sich das vielleicht komisch anhört aber mir ging's in der Zeit nicht so schlecht.
00:06:12: Also ich hab Kids auf der Station gesehen wo ich lag die sahen schlechter aus den gings deutlich schlechter als mir.
00:06:17: und genau dann nach einem halben Jahr kam die Ärzte und haben gesagt okay es muss irgendwas gemacht werden.
00:06:22: In Bremen war nur amputation eine Option weil sie medizinisch noch nicht soweit waren und dann wurden wir an die Uniklinik in Münster verwiesen haben uns da vorgestellt Und dann weiß ich noch damals, der Professor.
00:06:36: Wir hatten da das Gespräch sehr offen, sehr ehrlich, sehr direkt und wir hatten Amputation als eine Option.
00:06:45: Die zweite Option wäre eine Endoprothese nenn sich das.
00:06:47: Das heißt, der betroffene Knochenteil wird rausgenommen, kriegt eine Metallstange quasi rein aber von außen ist ein Bein dein Bein wie so ne Knieprothese heutzutage.
00:06:57: Okay!
00:06:58: Wir wussten es nicht.
00:06:58: besser haben uns dafür entschieden.
00:07:02: In dem Gespräch hat er mir auch gesagt, dass Fußball auf jeden Fall... Also kann ich knicken?
00:07:05: Kann ich vergessen.
00:07:05: Auch sehr direkt.
00:07:06: Das ist das, weswegen sie eben so betont habe.
00:07:08: Das war an sich an der ganzen Sache für mich das Schlimmste.
00:07:11: nicht, dass mein Bein weg war im Endeffekt sondern ich Fußball nicht mehr spielen konnte.
00:07:16: und genau dann sollte diese Endeprotese eingesetzt werden wird eingesetzt und es gab aber Komplikationen weil der Blutfluss in meinen Fuß nicht gegeben war.
00:07:27: Aber das kann man ja vorher wahrscheinlich nicht wirklich wissen.
00:07:29: Auf gar
00:07:29: keinen Fall, also das sind einfach klassische Komplikationen, glaube ich gerade bei so schwierigen Operationen dass sowas halt immer passieren kann.
00:07:38: und dann wurden noch viel für weitere OPs durchgeführt.
00:07:42: es wird versucht irgendwie doch das Blut in meinem Fuß zu leiten hat nicht funktioniert.
00:07:46: und dann glaube ich die sechs OP war dann amputation.
00:07:51: Also einfach weißt du dass das halt immer wieder und immer wieder, das macht ja einfach was mit dir.
00:07:57: Definitiv auf jeden Fall es war nicht easy.
00:07:59: Das war dann auch noch mal eine sehr schwere Zeit.
00:08:02: ich hatte da auch nicht viele Tage zwischen diesen ganzen OP's und letztendlich der Amputation in Münster.
00:08:07: aber ja im Endeffekt sollte alles genau so kommen weil ich habe dann als ich durch war mit der ganzen Chemotherapie NRH zwei Jungs kennengelernt die so ne Endoprotese hatten wie sie bekommen sollte hab gesehen Ja, wie das so ist und wusste okay ich bin also sollte genau so sein wie ich gerade gesagt habe weil mit diesen Prothesen kannst du nicht wirklich aktiv sein.
00:08:30: Du kannst auf jeden Fall nicht rennen was mir damals sehr wichtig war.
00:08:34: Okay!
00:08:34: Du bist
00:08:35: in deiner Bewegung sehr eingeschränkt, kannst nicht soweit beugen und dementsprechend bin ich für mich persönlich deutlich besser dran.
00:08:44: Und inwiefern bist du über deine Beweglichkeit damals aufgeklärt worden?
00:08:51: Gute Frage.
00:08:53: Ich glaube schon, ich habe es schon so in Erinnerung, dass mir das so vermittelt wurde aber damals war's halt in erster Linie für mich auch für meine Marmen gar keine Option zu amputieren, dass mein Bein abkommt quasi.
00:09:06: Das war so das Schlimmste für mich eigentlich.
00:09:08: Ja ja, ich glaub' das ist einfach immer noch so in unseren Köpfen oder als Menschen.
00:09:14: Wir wollen unsere Gliedmaßen
00:09:16: nicht verlieren.
00:09:18: Wie hast du dann danach quasi auch wieder zum Sport gefunden?
00:09:22: Du wolltest ja eigentlich was komplett anderes machen.
00:09:24: Also, du wolltest Sportler sein aber eben Profifußballer und bist ja jetzt in einer ganz anderen Sportart gelandet.
00:09:31: War das etwas, was ich ergeben hatte oder hast du irgendjemanden kennengelernt, dass dich darauf gebracht hat?
00:09:35: wie lief das?
00:09:36: Es war so... In Münster.
00:09:37: damals habe ich ein Flyer bekommen von meinem Verein.
00:09:41: Da waren Sitz-Volleyballschwimmen und leichterlässig drauf abgebildet Und in Bremen auf der Kinderankologie war es so, dass jedes erkrankte Kind einen Wunsch frei hatte.
00:09:51: Über eine Organisation wünscht ihr was?
00:09:53: Ich wusste das ganze Jahr über nicht, was ich mir wünschen soll und gegen Ende meiner Therapie war's so, daß sich dann wieder auf diesen Flyer aufmerksam geworden bin.
00:10:04: Wie genau weiß ich nicht mehr, habe ich keine Änderungen.
00:10:09: Mir war halt Sport sehr wichtig!
00:10:10: Ich wollte wieder aktiv sein... ...und dann hab' ich mir gewünscht ein Sportler mit Prothese zu
00:10:14: treffen.".
00:10:15: Ich finde, das ist so ein tollen Wunsch übrigens.
00:10:17: Weil ich glaube... Also ich weiß von anderen Stationen oder anderen Kindern, dass dann oft eben sich gewünscht wird, dass man mit der Familie ins Disneyland Paris greift oder sowas und du hattest irgendwie einen ganz spezifischen Wunsche.
00:10:31: Finde ich richtig gut!
00:10:32: Ja danke ja, ich wollte einfach wirklich wieder laufen.
00:10:35: Das war meine Main Priority, sage ich mal.
00:10:37: Ich wollte einfach wieder schnell laufen.
00:10:39: Und dann hatte bis dazu noch gar keine Bührungspunkte was möglich ist, was es an Optionen gibt und dann hat das Krankenhaus Kontakt zum Verein hergestellt.
00:10:49: Ich konnte für einen Wochenende vorbeikommen.
00:10:51: dort habe ich den Sportler getroffen damals und ja für ein Wochenende eigentlich nur zugeguckt was er so macht hat mir erklärt wieso Prothesien sich verhalten wie's geht und ja das wichtigste einfach.
00:11:06: ich hab zu geguckt und ich konnte sehen okay der Mann kann schnell laufen kann sprinten.
00:11:11: kurz danach habe ich gesagt okay, ich will genau das machen.
00:11:15: Ich weiß nicht warum mich das gerade so berührt?
00:11:18: Also mich berührt es so dass du so zielstrebig warst.
00:11:24: Wie hast du diese Zeit sonst noch in Erinnerung auch als... also wie war's mit deinen Freunden und Deinen Freundinnen?
00:11:32: Wie bist Du in der Schule angenommen worden?
00:11:34: Es sind ja so viele Veränderung.
00:11:36: Definitiv!
00:11:39: Ich selber hatte einen Mitschüler, der mit dem Zug zur Schule gefahren und er ist quasi auf die Gleise geschubst worden und hat seinen Bein verloren.
00:11:50: Und ich weiß einfach wie schwierig das erst mal für ihn war.
00:11:55: Der war nicht so zielstrebig wie du aber natürlich auch wie alle anderen auf ihn reagiert haben und ich glaube dass es schon ein mentaler Stress ist.
00:12:03: Definitiv, auf jeden Fall.
00:12:05: Also grundsätzlich um das vorweg zu nehmen sage ich immer auch wenn es vielleicht komisch klingt aber je jünger man ist und sowas passiert der so einfach als ist weil man noch nicht so festgeschlagen ist in seinem Weg.
00:12:17: man ist noch adaptierter als Kind als Teenager Und vor allen Dingen zerdenkt man die Sachen noch nicht.
00:12:24: Aber sind Kinder nicht auch teilweise grausam oder Teenager?
00:12:27: Können
00:12:27: sie auf jeden Fall sein, sehr ehrlich.
00:12:29: Genau das ist wahrscheinlich das Direkte wo Erwachsene halt eher dann gar nichts sagen.
00:12:33: Ja
00:12:33: klar definitiv.
00:12:34: Denen Kinder
00:12:34: halt voll rein.
00:12:35: Definitiv.
00:12:37: Erlebe ich auch heute noch aber alles bei mir zum Glück tatsächlich auf einer sehr positiven Ebene.
00:12:42: also ich habe bis dato nie zumindest keine Änderungen die wirklich festgeblieben sind bei mir.
00:12:49: ja dass sich irgendwelche komischen negativen Encounter hatte mit Menschen, dass sie irgendwie nicht respektvoll auf mich zugekommen sind.
00:12:57: Aber ja es war auf jeden Fall eine große Veränderung damals.
00:13:01: Mein Umfeld, mein engstes Umfeld hat das aber auch alles sehr gut aufgenommen und ich will mich gar nicht so in Vordergrund stellen, aber ich denke schon, dass viel davon ausging was ich den wiedergespiegelt habe vermittelt habe im Sinne von Es ist okay.
00:13:19: Ich denke, Mitleid in so Geschichten ist nicht angebracht.
00:13:23: Ich bin kein Freund von Mitleiden mit Gefühles was anderes.
00:13:26: Aber ja ich habe einfach versucht stark zu sein und das hat mein Umfeld mir dann auch zurückgegeben.
00:13:32: Und auch damals in der Schule.
00:13:33: zum Beispiel hatte viel Krankenhausunterricht oder halt Zuhause Unterricht zu der Zeit.
00:13:38: Ja ich hatte aber dann auch das Glück dass meine Klassen Lehrer entschieden haben, dass sich nicht wiederholen muss zum Glück.
00:13:45: Konnte relativ flüssig wieder in mein altes Geschehen, meine alte Klasse zurück und tatsächlich war meine Klasse damals mich auch im Münster besuchen nach meiner Amputation.
00:13:54: Also wir hatten da auch irgendwie einen besonderen Bond.
00:13:57: und ja das hat definitiv geholfen weil die Sache hat mich halt einfach reifen lassen diese Zeit und ich konnte dann nicht mehr so viel mit Gleichaltrigen anfangen.
00:14:08: und wenn ich dann hätte wiederholen müssen wäre glaube ich meine Schulaufbahn nochmal deutlich anders geworden.
00:14:13: Ja, ich hab auch das Gefühl dass es, wenn man das jetzt sagen kann, das Schicksal ist trotzdem irgendwie gut mit dir gemeint hat.
00:14:19: Also es scheint irgendwie alles so durch deine Determination und alles in die richtige Bahn gelenkt
00:14:26: worden sein.
00:14:26: Auf jeden
00:14:27: Fall!
00:14:27: Doch würde ich auch sagen...
00:14:28: Wie sieht denn dein Alltag so aus?
00:14:30: Als Profisportler, vielleicht nimmst du uns mal so einen typischen Tagesablauf mit.
00:14:35: Also meistens trainiere ich Vormittags.
00:14:38: Wenn Vormitag dann so zehn, zehn, dreißig Training geht zwischen zweieinhalb und vierenhalb Stunden.
00:14:47: Zweieinhalb ist so das Kürzeste.
00:14:51: Du trinkst alleine?
00:14:52: Ich habe eine Trainingsgruppe, wir sind... Wir wurden aufgestockt, so vor circa anderthalb Jahren haben jetzt ein paar jüngere Athleten auch bei uns mit drin.
00:15:00: bis dato waren wir noch nur zu dritt tatsächlich.
00:15:06: Alles ein bisschen erfahrener Athleten.
00:15:08: Ist ganz gut!
00:15:09: Jetzt haben wir so ein bisschen frischen Winter mit drin.
00:15:13: Wir Athleten machen unterschiedliche Disziplinen, die meisten alles sprint.
00:15:19: Aber halt unterschiedliche Distanzen... aber unsere Programme sind sich sehr ähnlich bis auf die Distancen, die wir manchmal laufen.
00:15:29: Training zweieinhalb bis vierundhalb Stunden danach.
00:15:33: ich gehe tatsächlich nicht so gerne zur Physio.
00:15:36: Ich mache viel.
00:15:36: selber nennen das einfach immer als Oberbegriff Body Sessions, ich mach viel zu Hause dass ich mich selber trete mit Black Roads, viel Dänen und viel Mobility.
00:15:46: Ich weiß nicht ob die Reboots was sagen.
00:15:47: das sind so Luftkompressionshosen quasi, die funktionieren ein bisschen wie eine Lymphdrainage sag' ich mal?
00:15:53: Ja ja,
00:15:54: ich hab ne Freundin, also die immer auch in Kapstadt ist, die ne krasse Sportlerin isst und die macht es ab und zu.
00:16:03: Das ist für
00:16:04: die Regeneration ganz gut!
00:16:05: Definitiv!
00:16:08: Genau, das heißt nach dem Training beschäftige ich mich dann noch viel mit meinem Body einfach.
00:16:12: Aber Physio hat jetzt nichts mit der Amputation zu tun?
00:16:17: Nein, einfach Pflege!
00:16:17: Das ist aber jeder Profisportler und hat Physio.
00:16:20: Ja
00:16:20: definitiv also das gehört dazu.
00:16:23: wir arbeiten jeden Tag mit unserem Körper und ich sage mal so gerade in ja wenn man ein bisschen jünger ist grade in seiner Karriere Jünger dann fällt alles noch ein bisschen leichter im Sinne von der Körper verarbeitet, das ist alle schneller.
00:16:36: Aber ich würde schon so sagen, ab um zwanzig merkt man halt so okay, alles funktioniert ein bisschen anders mit dem Körper und wir müssen... Da lache
00:16:42: ich aber ja nur ein bisschen!
00:16:44: Wir müssen mindestens genauso viel reingeben wie wir vom Abverlangen von unserem Körper.
00:16:51: Dementsprechend bin ich da sehr investiert und ich lese viel, schreibe viel, beschäftige mich viel mit mir selber.
00:17:00: Schreiben im Sinne von
00:17:02: John Link.
00:17:04: Das mache ich echt schon eine lange Zeit, habe auch so meine Phasen wo ich das mal aktiver mache, mal weniger.
00:17:09: aber generell ist es eine Sache die mich auf jeden Fall immer begleitet.
00:17:13: ins lesen bin ich erst tatsächlich vor zwei Jahren wieder reingekommen gibt mir aber sehr viel.
00:17:19: was liest du?
00:17:20: Schon so, ich weiß gar nicht.
00:17:21: Was sagt man denn?
00:17:22: So self-helf books, sagt man das so?
00:17:24: Self-Helf
00:17:25: Books ja und es gibt auch... Also weil ich habe mich angefangen ein bisschen mit Spiritualität zu befassen und da gibt's ja auch einfach wahnsinnig viele Bücher die Joy Sparken, die einfach dafür sorgen dass du irgendwie gut durch den Tag kommst.
00:17:40: Also schon auch in die Richtung, auf jeden Fall eher.
00:17:43: Ich bin nicht so into Krimis oder so... ich hab das Gefühl, ich brauche immer irgendwie Learnings aus diesen Büchern, dass ich was wirklich davon mitnehmen kann, was ich auch möglichst direkt anwenden kann im Leben.
00:17:55: War das immer schon so?
00:17:57: Weil ich irgendwie das Gefühl habe, es ist sowieso IN dir!
00:18:01: Deswegen bist du durch alle Sachen zu gut durchgekommen.
00:18:03: Irgendwo schon.
00:18:07: lange lange lange nicht gelesen.
00:18:08: ich glaube zuletzt wirklich so ungefähr in meiner Krebszeit damals dann war ich lange raus war irgendwie nicht so meins aber ja irgendwie schon.
00:18:15: also ich habe durch die sache irgendwie irgendwo gelernt ja learnings aus möglichst allem zu ziehen.
00:18:24: hat mir das irgendwie angeeignet?
00:18:25: weil ich bin da meine wir können aus allem was lernen von jedem menschen irgendwas lernen selbst wenn es nur irgendwelche impulse sind.
00:18:32: und so geht's durch leben Ja.
00:18:34: Aber hast du einen bestimmten Glauben?
00:18:38: Also ich bin christlich, ich bin evangelisch und wurde getauft damals.
00:18:45: Ich würde sagen nicht religiös also ich gehe nicht in die Kirche.
00:18:48: Ich glaube definitiv aber in meiner eigenen Art und Weise.
00:18:53: Wir haben eine Folge gemacht mit einem Medium.
00:18:57: Ich habe meinen Vater verloren, als ich siebenundzwanzig war und mir wurde eine Session eben mit dem Medium geschenkt die Kontakt zur geistigen Welt aufnehmen kann Und ich hatte dafür überhaupt keinen Glauben.
00:19:09: Also ich war Atheist würde ich sagen also bin auch getauft worden Bin aus der Kirche ausgezehnt weil ich nicht unbedingt der Meinung bin dass die kirche immer die richtigen Entscheidungen trifft.
00:19:20: aber
00:19:23: Auf einmal hatte ich einen Glauben.
00:19:24: Also hatte ich den Glaub, dass es irgendwie nach dem Leben hier auf dieser Erde noch was anderes gibt und dass wir auch irgendwie ans Universum oder das für uns aufs Universum verlassen können.
00:19:35: also das heißt eben nicht, dass immer alles gerade geht oder gerade ausgeht sondern dass man eben auch Schicksalsschläge erlebt und dass man auch mal durch ein tiefes Teil muss.
00:19:42: aber wenn man glaube ich ein guter Mensch ist wie man das auch immer definiert dann kriegt man auch
00:19:51: Gut ist zurück.
00:19:51: Definitiv, bin ich komplett bei dir.
00:19:54: Und wer weiß was... Weißt du?
00:19:55: Ich meine man kann sich dann immer vorstellen, was wäre passiert wenn du dein Bein nicht verloren hättest.
00:20:00: ja aber im Endeffekt geht's dir ja gut und vielleicht geht es dir sogar so viel besser und du bist ein tolles Spracher und quasi in die Dohl für viele Menschen und kannst sehr viel mehr Wissen-und Lebensfreude weitergeben durch das was du erlebt hast.
00:20:16: Definitive
00:20:17: also ich denke auch dass ganz hat mich charakterlich so geformt.
00:20:20: Das wäre nicht so passiert, wenn ich diese Krankheitsgeschichte nicht erlebt hätte.
00:20:24: Definitiv!
00:20:25: Die Paralleitathletik Europameisterschaften wurden abgesagt und das hat dich ziemlich sauer gemacht zu Recht.
00:20:33: Was ist da genau passiert?
00:20:35: Und warum hatte ich das so geärgert?
00:20:37: Also... Ich kann nicht genau sagen, warum es jetzt im Endeffekt nicht zustande gekommen ist dass wir eine WM haben.
00:20:46: Klar liegt irgendwo am Geld.
00:20:49: Es konnte kein Austragungsort festgemacht werden.
00:20:53: So eine Meisterschaft kostet halt auch immer ordentlich, die zu organisieren alles da bereitzustellen.
00:21:00: aber ja das ist das was ich weiß.
00:21:02: es wird irgendwie irgendwo am Geld gelegen haben.
00:21:07: Es ist schade weil wir Athleten arbeiten jeden Tag und Im Endeffekt sind diese drei Meisterschaften, Weltmeisterschaft und Europameisterschaft unter den Paralympics.
00:21:20: Wo wir wirklich scheinen können und uns zeigen können.
00:21:23: Weil dazwischen ist es immer ziemlich schwierig so mit der Sichtbarkeit.
00:21:28: Und ja wenn dann ein großes Event einfach genommen wird was in der Vergangenheit schon öfter vorgekommen ist... Ist das sehr schade?
00:21:35: Nimmt uns die Bühne, nimmt uns Sichtbarigkeit.
00:21:38: und gerade wenn's auch Richtung Sponsoring geht, fehlt dir irgendwo eine Verhandlungsgrundlage weil du in dem ja auf einmal keine Medaillen hast.
00:21:47: Oder wenn es darum geht Förderung dann ist das auch so ne Sache.
00:21:53: dein Kaderstatus hängt halt von deinen Leistungen ab von den medaillern und jetzt in diesem Jahr fällt das alles quasi weg Und man steht so ohne verhandlungs Grundlage.
00:22:01: da sag ich mal
00:22:03: würdest du sagen dass es da noch eine große Ungerechtigkeit gibt?
00:22:06: Auf jeden Fall also im nicht behinderten in der able body gleicherletig Gibt so was nicht.
00:22:12: Da passiert sowas nicht, dass auf einmal einfach kein Highlight stattfindet.
00:22:16: Das ist alles schon Jahre und voraus geplant.
00:22:19: Und ja da mangelt es bei uns auf jeden Fall noch ich glaube in den Führungspositionen da oben.
00:22:25: die Leute sind einfach nicht nah genug am Sport wirklich zu wissen was abgeht um wie vieles eigentlich bedeutet und dementsprechend werden da dann ja so Entscheidungen getroffen die uns Athleten auf jeden fall nicht zugutekommen.
00:22:38: Ich finde das total schade, weil im Endeffekt seid ihr alles Athleten wie du sagst und es sollte nicht darauf ankommen wer welchen Sport macht oder wer... Wie hast du's genannt?
00:22:48: Able Body ist und wer nicht.
00:22:52: Aber ja es scheint einfach immer noch der große Diskrepanz zu geben.
00:22:58: Definitiv
00:22:58: definitiv.
00:22:59: also ich meine in den letzten Jahren alle schon deutlich besser geworden.
00:23:03: Wir haben eine größere Bühne, wir haben mehr Sichtbarkeit gerade auch mit Social Media heutzutage und so.
00:23:07: Das ist schon alles deutlich besser als noch vor.
00:23:09: ja also zehn Jahren sag ich mal.
00:23:11: dennoch es gibt immer Luft nach oben und ja leider zeigen solche Entscheidungen dann wo der Sport doch noch steht.
00:23:19: Ja, also ich meine nicht auch Freunden die im Frauenfußball spielen und sie natürlich auch so sagen klar wir haben auch mehr Aufmerksamkeit mittlerweile aber trotzdem... Nicht
00:23:29: vergleichbar!
00:23:29: Ist
00:23:29: das immer noch genau ein großer Unterschied zu den
00:23:32: Männerfußballs?
00:23:33: Wie hältst du denn in solchen Zeiten auch den Ärgerzuch was den Sport angeht?
00:23:38: weil es ist ja schon dann auch wie du sagst es hängt sehr viel davon ab und da natürlich auch mal weiter durchzuziehen und weiter dran zu glauben fällt wahrscheinlich nicht jedem so leicht wie dir.
00:23:47: Definitiv nicht!
00:23:50: Ich sag mal so, ich bin mittlerweile so etabliert in diesem Sport dass ich ja meine Angegänge habe ein bisschen weiterzuschauen.
00:24:01: wir rechnen bei uns halt immer so in diesen vier Jahreszyklus von Paralympics zu Paralyempics.
00:24:07: Paris ist jetzt ziemlich genau zwei Jahre her LA sind jetzt noch ziemlich genau drei Jahre das sind die nächsten die anstehen.
00:24:15: Und ja, im Endeffekt ist das so der Hauptfokus.
00:24:19: Und klar ist das jetzt irgendwo nicht optimal?
00:24:23: Ich weiß aber dass es auch nur irgendwo ein Stepping Stone auf diesem Weg zu dem großen Ziel und ist eine Sache von vielen, auf die wir keinen Einfluss haben.
00:24:32: Und ich habe für mich damals gerade durch die Krebserkrankungen, durch die Zeit gemerkt, gelernt, dass sich nicht so viel bringt Gedanken über Sachen zu machen, auf die wir eigentlich keinen Einfluss haben und mich davon runterziehen zu lassen.
00:24:47: Ja das ist auch für alle, die jetzt gerade zuhören oder zuschauen nochmal irgendwie so ein guter Impuls weil ganz egal ob man Sportler ist oder nicht Wir haben einfach viele Sachen nicht im Griff
00:24:56: Und
00:24:57: darüber sich zu ärgern bringt einfach oft nix.
00:24:59: Das
00:24:59: macht nicht wirklich sehr im Endeffekt Hilfe so
00:25:01: Du hast es nicht?
00:25:04: Inwiefern hat dir der Sport denn auch geholfen?
00:25:07: quasi diesen Schicksalsschlag.
00:25:09: Wenn man ihn jetzt so nennt, nennst du das überhaupt zu?
00:25:11: Würdest du es überhaupt zu nennen oder... Ja
00:25:12: doch, würde ich schon so sagen.
00:25:15: Wie hat dir der Sport da geholfen?
00:25:16: auch einfach?
00:25:17: Also du scheinst ja einfach sehr determiniert zu sein!
00:25:19: Ich mein' ich mach auch Pläne und ich hab auch ein Ziel oder ich bin eher gehaltsig.
00:25:24: Es gibt ja auch andere Leute die sagen echt planen meine nächsten drei Wochen und mehr will ich irgendwie gar nicht wissen.
00:25:28: Und jetzt irgendwie zu wissen okay Du hast jetzt noch zwei Jahre und arbeitest daraufhin Das ist crazy für mich.
00:25:40: Tatsächlich bin ich auch eher eine Person, die nicht so gerne plant.
00:25:45: Im Sport sind das halt so fest gesetzte Punkte sag' ich mal, die irgendwo stehen auf die ich mich konzentrieren kann und auf die hinschaue.
00:25:55: aber wenn es ums normale Leben geht dann bin ich einer der sehr sehr gerne spontan agiert und nicht so viel plant weil Wir wissen nicht mal wirklich, was morgen passiert.
00:26:04: Dementsprechend will ich mir nicht zu viele Gedanken machen, was da hinten irgendwo passiert.
00:26:11: Aber ja der Sport hat mir sehr geholfen definitiv also das war würde ich sagen der ausschlaggebendste Punkt.
00:26:18: Mir war es sehr wichtig nach der Amputation wieder schnell zu laufen.
00:26:23: mit dem mit der Intention bin ich in diesen Sport überhaupt reingegangen einfach wieder laufen zu können.
00:26:29: und Ja, als ich gesehen habe in erster Linie bei dem Sportler damals das geht.
00:26:35: Das ist machbar.
00:26:37: und als ich dann auch gespürt habe hat mich das definitiv aus dieser Zeit rausgezogen irgendwie, aus dieser negativen Zeit und mir einen neuen Weg gegeben, neue Hoffnung gegeben, neues Licht gegeben.
00:26:51: Und Sport war schon immer seit ich klein bin sehr, sehr großes... Hatten sehr großen Part im Leben gespielt.
00:27:00: Und ja, war definitiv eine Sache die mir sehr, sehr geholfen hat damals.
00:27:04: Einfach weil das... Was war was aus dir herauskam?
00:27:07: oder kommst du auch aus einer sportlichen Familie?
00:27:09: Nee tatsächlich
00:27:10: gar nicht.
00:27:11: Tatsächlich gar nicht!
00:27:12: Also meine Family so hat nicht so viel mit Sport am Hut War irgendwie immer bei mir schon gegeben.
00:27:19: Ich glaube ich hatte als Kind ziemlich viel Energie Wie das so bei kleinen Jungs meistens ist und Ja ich war ziemlich engagiert.
00:27:29: Ich habe auch damals viele unterschiedliche Sportarten gemacht.
00:27:32: Im Endeffekt beim Fußball geblieben, also Fußball war wirklich meine erste große Liebe.
00:27:37: und ja es war schon damals so wenn ich irgendwas mache dann gehe ich da auch all in und versuche dann das bestmögliche rauszuholen.
00:27:46: Und in der Leiserletik hat sich das dann so über die Jahre gezeigt.
00:27:50: im Unionbereich war ich noch ein bisschen Trainingshaus sage ich mal Da hab' ich zwei vielleicht drei Mal die Woche trainiert Konnte da aber auch schon mit dem wenig Training international sehr, sehr gute Erfolge feiern.
00:28:03: und ja dementsprechend der Sport zieht sich schon immer wie so ein roter Faden durch mein Leben.
00:28:08: Wenn uns jetzt Leute zuhören oder zuschauen die gerade durch eine schwere Zeit gehen, die aber jetzt vielleicht nicht unbedingt die sportlichsten sind oder sagen ich habe jetzt hier grade gar nichts an was ich mich festhalten kann.
00:28:22: Was würdest du den raten?
00:28:25: Dir schreiben doch sicherlich auch viele Leute, oder?
00:28:27: Auf jeden Fall.
00:28:27: Definitiv von dir.
00:28:30: Tatsächlich jetzt vor zwei drei Tagen habe ich noch zwei drei Messages bekommen.
00:28:37: In erster Linie was hilft Was aber irgendwo gleichzeitig auch ja wenn nicht mit das schwierigste ist es Akzeptanz finden für das was is.
00:28:48: Ich denke dass Es ein sehr sehr wichtiger großer punkt Den wir lernen können auf jeden fall
00:28:56: dass
00:28:57: die gegebenen Umstände hinnehmen.
00:29:00: Und nicht so viel in diesen Fragen, warum und wieso ich?
00:29:07: Und da so zu versinken kann leicht passieren.
00:29:12: Klar verstehe ich hatte damals auch also die Fragen sind in mir hochgekommen.
00:29:15: Ich habe aber relativ schnell für mich realisiert das sich keine Antworten findet zumindest keine die mich zufrieden stellen.
00:29:25: Ja, es hilft auf jeden Fall.
00:29:26: Also ich denke hier das Umfeld, dass nächste Umfeld kann eine sehr wichtige Rolle spielen ein abzufangen bei so Schicksalsschlägen.
00:29:36: Okay also sich die richtigen Leute suchen
00:29:39: definitiv
00:29:41: nicht verzagen und sich vielleicht irgendwas suchen was einen auch glücklich macht.
00:29:45: Bei dir war sie eben der Sport.
00:29:47: Wie sehr ist denn dein heutiges Glück noch vom sportabhängig?
00:29:51: Tatsächlich nicht mehr so viel wie's mal war.
00:29:54: Das habe ich aber auch erst relativ spät in meiner Karriere gelernt, nach Paris-Vierundzwanzig.
00:30:00: Was halt gar nicht so lief wie es mir ausgemalt habe.
00:30:06: Danach... Also ich bin aus Paris raus mit zwei vierten Plätzen.
00:30:11: Nachdem ich in Tokio bei den Paralympics davor Silber und Bronzegold habe war sportlich gesehen meine größte Niederlage.
00:30:19: Habe ich auch lange dran zu kaufen gehabt?
00:30:21: Paris war deine größte Niederlage.
00:30:22: Ja, ja.
00:30:22: Paris
00:30:22: war meine größten Niederlager, zwanzig vierundzwanzig.
00:30:25: Vierte Plätze sind auch einfach ärgerlich!
00:30:26: Also ich meine es ist immer noch...ja es ist ja trotzdem eine krasse Leistung oder?
00:30:32: Ist nicht das
00:30:33: also... Gerade dann nach Tokio, ja?
00:30:35: So genau.
00:30:36: Das ist halt nicht mein Anspruch gewesen und deutlich am Ziel vorbei habe ich lange mit zu tun gehabt tatsächlich.
00:30:43: Braucht doch erstmal ordentlich Abstand vom Sport um das Ganze zu verarbeiten.
00:30:47: Und da im Endeffekt konnte ich aber raus lernen, mein Ich vor meinem sportlichen Ich zu differenzieren und dann einen gewissen Abstand zu bewahren.
00:30:58: Und dementsprechend habe ich da gelernt sowohl Erfolge als auch Niederlagen ja auch so zu nehmen wie sie sind und nicht zu viel zu Gewichten und mich davon so abhängig zu machen, mich damit zu identifizieren.
00:31:15: Aber was ist denn dein Privat, das ich dann?
00:31:17: Weil viele Menschen müssen ja den Sport als Ventil um abzuschalten.
00:31:21: Um sich irgendwie zu regulieren und so weiter und sofort.
00:31:23: aber Sport ist halt auch deinen Job!
00:31:25: Ja also wie gut du sagst du liest, aber wo findest du sonst dein Glück?
00:31:34: In meiner Familie auf jeden Fall in meinem engsten Kreis.
00:31:41: Und tatsächlich bei mir selber in der erster Linie würde ich sagen... Also
00:31:44: du bist mit dir einfach total Im Reihen sozusagen.
00:31:48: Ja, also total ist so eine Sache aber weitestgehend würde ich sagen.
00:31:52: Das braucht natürlich auch... Ist ein Prozess.
00:31:55: Sachen erinnern sich ja auch weißt du?
00:31:56: Also ich mein' ich bin jetzt ein komplett anderer Mensch als ich das in deinem Alter war und auch als ich dass es noch vorn im Jahr war!
00:32:03: Und wenn Du Bock hast zu wachsen und wenn Du Lust hast Dich weiterzuentwickeln dann ähm.. Dann ist das was Total Schönes.
00:32:10: und eben wie Du sagst die richtigen Bücher lesen und dich mit den richtigen Leuten zu umgeben Kann einem da schon sehr helfen?
00:32:17: Auf jeden Fall.
00:32:18: Ich sag auch immer, die einzige Konstante im Leben ist Veränderung und ich bin der Meinung das Leben ist nicht dazu da um immer gleich zu bleiben und gleich zu denken, gleich zu handeln.
00:32:27: Ja...ich gebe dir recht!
00:32:30: Ich hatte allerdings jetzt sehr viel Veränderungen im letzten Jahr und jetzt denke ich auch manchmal so würde ich auch gerne mal wieder, wenn ich gerne mal so ein bisschen ruhe.
00:32:38: Aber ich habe gerade die neue Doku über Kylie Minogue gesehen, die ja auch schon durch sehr viel gegangen ist also die Superstar war und dann haben sich alle Leute über sie lustig gemacht und hat sie wieder angesetzt und dann gab es Flops usw.
00:32:52: und sofort wie auch immer.
00:32:53: aber Sie sagt halt auch für Sie das Wichtigste in Bewegung zu bleiben.
00:32:59: Veränderung ist für sie einfach total wertvoll.
00:33:01: Und sie sieht das immer als Möglichkeit, als Opportunity und nicht als Niederlage wenn eben auch mal was nicht funktionieren.
00:33:08: Wie sieht ein Sonntag bei dir aus?
00:33:10: Also da machst du keinen Sport.
00:33:12: Der einzige Tag wo ich keinen Sport mache.
00:33:14: Gibt
00:33:14: es Cheat Days dann auch oder...
00:33:16: Mal hier und da schon.
00:33:17: auf jeden Fall baue ich ab und zu ein aber jetzt nicht immer speziell der Sonntage.
00:33:20: manchmal gänne ich mich auch in der Woche irgendwas wenn ich Bock drauf habe.
00:33:24: Mein Sonntag ist mir schon ziemlich heilig, weil wie gesagt ist mein einziger freier Tag kein Training.
00:33:30: Ich liebe Sonntags ohne Wecker aufzustehen einfach auszuschlafen.
00:33:34: Möglichst den Tag klappt auch nicht immer ehrlich gesagt.
00:33:37: aber ich versuche schon das regelmäßig einzubauen dass sich meinen Sonntage möglichst ohne Handy gestalten.
00:33:42: Das einzige wofür ich es dann nutze ist zum Musikern.
00:33:44: Aber ich swipe nicht auf irgendwelchen Apps rum und bin möglichst auch nicht irgendwie auf irgendwelsche Messages.
00:33:50: Nutzi-Zeit für mich Alles sehr langsam.
00:33:54: Ein bisschen spazieren gehen, wenn das Wetter das hergibt.
00:33:59: Viel lesen viel schreiben, so ein bisschen eine Woche aufarbeiten die nächste vorbereiten und einfach abschalten alles ein bisschen sacken lassen
00:34:09: Das hört sich alles irgendwie sehr gesund an.
00:34:11: Ja.
00:34:11: Habe
00:34:11: ich das Gefühl?
00:34:12: Nein, aber gerade glaube ich Social Media und die ganzen Sachen, die man eben dann auch liest ob Nachrichten oder sonst irgendwas sie können einfach runterziehen und ich glaube da einfach bei sich zu bleiben ist auf jeden Fall ein guter Hinweis.
00:34:27: wir gehen auch gleich in der Bonusfolge noch ein bisschen weiter darauf ein habe ja grade schon gesagt was wie du Leute vielleicht noch inspirieren könntest.
00:34:36: Bei mir ist jetzt einfach hengeblieben, dass man schmerzhafte Erfahrungen oder Schicksalsschläge in positive Energie mit dem richtigen Mindset umwandeln kann.
00:34:44: Definitiv!
00:34:45: Und ich glaube das große Learning dieser Folge ist eben auch die Balance zwischen okay...ich schaffe das und trotzdem aber auch bei sich zu bleiben und sich nicht irgendwie im Sport dann oder in irgendetwas anderem zu verlieren und selber nicht mehr so wissen wenn man es
00:35:04: sehr wichtig.
00:35:10: Das ist unser Happy Charme, da kannst du mal eine Frage draus ziehen.
00:35:14: Es kann sein dass sie was mit der heutigen Folge zu tun hat.
00:35:16: es kann aber auch sein das sie ein komplett anderes Thema aufmacht.
00:35:24: Was möchtest du dir selbst öfter erlauben?
00:35:27: Auch wenn's unbequem ist.
00:35:30: Passt aber irgendwie zu dir finde ich.
00:35:33: Ich bin schon manchmal noch wie die sagen reserviert wenns darum geht Menschen wirklich zu sagen, was ich denke.
00:35:44: Im Sinne von... dass ich mir oft nicht so ganz sicher bin wie straight ich mit gewissen Menschen reden kann?
00:35:53: Ich liebe straights zu reden weiß aber das nicht jeder Straightness auch vernünftig handeln kann sag' ich mal und dementsprechend balanciere ich oft noch damit wie ich Sachen verpacke um es trotzdem möglich straight zu sagen dass das ankommt was ich eigentlich sagen will ohne es zu weich zu verpacken.
00:36:15: Okay, wie findest du das?
00:36:17: Weil wir vor und darüber gesprochen haben bevor wir hier angefangen haben dass Du eben auch beispielsweise in Südafrika trainierst und das Gefühl ist gerade Englischsprache gemenschen nochmal viel vorsichtiger sind In der Wortwahl.
00:36:29: Ja ja also ich habe damit manchmal meine Schwierigkeiten weil Ich bin auch relativ direkt und dann hab ich aber das Gefühl so auf vielleicht war das jetzt zu Deutsch.
00:36:39: Zu deutlich!
00:36:41: Kenne ich, kenne ich.
00:36:42: Ich glaube das sagt man auch so ein bisschen über uns oder dass wir schon... Dass wir
00:36:44: sehr
00:36:44: direkt sind?
00:36:45: Ja ja.
00:36:46: Aber
00:36:47: du bist auch ein sehr höflicher Mensch.
00:36:48: Das
00:36:49: steht dir dann vielleicht auch manchmal im Weg.
00:36:51: Ja doch kann gut sein, dass es zusammenhängt.
00:36:55: Ja jetzt wo du sagst also ich glaube schon im Englischen ist es nochmal noch mal was anderes.
00:37:00: Ich glaub es ist einfach ein bisschen unsere Art, dass wir Sachen schon ziemlich direkt sagen und im englischen packt man es dann oft gerne noch mal ein bisschen weicher, würde ich sagen.
00:37:12: Also tatsächlich für E-Mails... also ich hab jemand gehabt der sich um mein Haus gekümmert hat und der kam glaube ich mit meiner sehr direkten Art nicht so gut klar und ich habe dann meine E-mails ganz oft nochmal durch der GPT gejagt und das wurde dann nochmal so'n bisschen abgeschwächt sag ich mal.
00:37:33: aber glaub was Kannst du das noch einmal vorlesen?
00:37:38: Was möchtest du dir selbst öfter erlauben, auch wenn es unbequem ist.
00:37:43: Ja ich glaube bei mir wäre es mehr Zeit mit mir zu verbringen.
00:37:47: Also mir fällt es gerade teilweise schwer nicht auf jeder also übertragenden Sinne auf jeder Party zu tanzen sondern einfach auch nein zu sagen weil ich immer denke ich stoße Leuten vor dem Kopf oder ich muss dabei sein damit ich nichts verpasse und dann bin ich das nächste mal wieder dabei sein kann.
00:38:01: Und ich muss aber eigentlich mein Leben Entschleunigen muss einfach.
00:38:08: Muss man einfach glaube ich mehr Zeit für mich nehmen und die leute Die damit klar kommen bleiben auch und die Leute, die nicht damit klarkommen sind wahrscheinlich dann eh keine richtigen.
00:38:19: definitiv
00:38:20: bin ich komplett bei dir.
00:38:21: Ich denke auch im besten fall sollten wir einfach sein wie wir sind Und die die das verstehen und uns so nehmen da ist ein dimension für uns.
00:38:30: ja
00:38:32: In der Bonusfolge sprechen wir gleich noch ein bisschen darüber, wie du auch mit so Drucksituationen bei Wettkämpfen umgehst.
00:38:38: Weil ich könnte mir vorstellen dass man das auch gut übersetzen kann in andere Lebensbereiche.
00:38:43: Definitiv!
00:38:44: Dann haben wir noch nicht wirklich drüber geredet wie du dich motivierst wenn die Laune auch mal im Keller ist weil bisher haben wir eigentlich immer nur drüber gedreht.
00:38:52: Das ist eigentlich ganz gut float.
00:38:53: aber da gab es ja sicherlich oder gibt's ja wahrscheinlich immer mal auch wieder Phasen... Auf jeden
00:38:56: Fall!
00:38:57: ...die anders sind und das wird natürlich exklusiv in der Podimo App.
00:39:02: Hier geht es jetzt gleich weiter mit der Mindful Minute.
00:39:03: Ich sage aber schon mal Tschüss beziehungsweise tschüß an dich, wir hören uns gleich in der Bonusfolge und Wir machen jetzt hier erstmal weiter mit einer kleinen Challenge.
00:39:18: Willkommen zur Mindful minute in dieser Woche.
00:39:21: Und weil wir oft viel zu streng mit uns selbst sind und unser ehrgeiz uns aufriss Machen wir diese woche die proud of me challenge.
00:39:29: Schreibt euch ab heute jeden Abend vor dem schlafen gehen eine einzige sache auf auf die ihr heute stolz wart.
00:39:36: Und Achtung, es zählen nur Dinge die nichts mit Leistung, Job oder Geld zu tun haben.
00:39:41: Also zum Beispiel ich war geduldig mit den Kindern Oder Ich habe mir Zeit für ein gutes Essen genommen!
00:39:48: Ich bin mir sicher da findet ihr was.
00:39:50: Viel Spaß bei der Proud of Me Challenge!
00:40:13: Aljosha Kupsch Sound Felix Andorf Marketing Katharina Wezzani Coverdesign Christoph Brandes und Johanna von Holst.
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